Mal ehrlich, es fällt doch jedem irgendwie schwer etwas über sich zu erzählen oder zu schreiben. Will das überhaupt jemand wissen? Scheinbar schon, sonst wärst Du ja nicht hier 😉 Weiterlesen auf eigene Gefahr!

Meinen Einstieg in die Fotografie kann ich gar nicht konkret datieren. Es gibt weder eine Ausbildung noch ein Studium in diesem Bereich, der mich als „Profi“ qualifiziert. Es ging vielmehr mit diversen Kompaktkameras los, die mich auf Urlaubsreisen begleiteten und im Automatik-Modus auch ein tollen Job machten. Ich ließ die Kamera meine Bilder machen, ohne darüber nachzudenken, was da überhaupt passiert. Blende und ISO? Hä? Verschlusszeit? Ist das wichtig? Trotzdem hörte ich immer wieder, dass da durchaus passable Bilder bei sind. „OK, wenn du das sagst“ dachte ich mir und knipste fröhlich weiter.

Bis dann 2013 meine erste „richtige“ Fotokamera, eine Olympus OM-D E-M5, meinen Fokus völlig veränderte. Eine Postschiffreise mit Hurtigruten (Bergen – Kirkenes – Bergen) war der Auslöser für diese Entscheidung. Ich wollte einfach „geile Bilder“ mitbringen und naja was soll ich sagen, mangels fundierter Kamerakenntnisse weiß ich jetzt unter anderem, dass man Polarlichter nicht sinnvoll von einem fahrenden Schiff aus fotografieren kann 😉 Aber trotz einiger Handicaps kamen doch ziemlich viele gute Bilder dabei herum und die Motivation besser zu werden wuchs mit jedem Druck auf den Auslöser. Ich wollte endlich verstehen was da in dem kleinen Kasten passiert und wie ich es beeinflussen kann.

Bereits ein Jahr später gründete ich die Bergischen Bilder und erschuf damit eine der größten und beliebtesten Fotoseiten über das Bergische Land. Meine Fotos werden heute für touristische Werbezwecke benutzt und sind auch schon in verschiedenen Publikationen erschienen. Achja, einige hängen natürlich auch dekorativ an irgendwelchen Wänden herum. Nur bei uns selbst viel zu wenig. Aber das kennt man ja – Der Schuster hat die schlechtesten Schuhe 😉

Wenn man aber hauptsächlich eher idyllische Landschaften und Orte fotografiert, dann muss man einfach hin und wieder „freisein“, um sich einzunorden und den fotografischen Blick zu schulen. Anfangs war die Leidenschaft für Lost Places eine willkommene Abwechslung. Aber als die zu fahrenden Distanzen schneller stiegen als das vorfinden zufriedenstellender Motive, war schnell klar, dass ich die wenigen freien Stunden nicht auf Autobahnen und einsamen Waldwegen verbringen wollte.

So kam ich erst zur Architektur und fand kurz darauf noch Spaß an der Industriefotografie in jeglicher Form. Weitere Felder sind noch Schwarzweiß-Fotografie und neuerdings auch das Fotografieren „in Serie“. Keine Einzelbilder, sondern Fotostrecken mit einem thematischen Oberbegriff.

Aktuell habe ich mehrere Projekte „in Arbeit“. Wie zum Beispiel die Faszination von U-Bahn Stationen oder Containerhäfen.

Tja und dann kamen immer mehr Anfragen, warum wir denn keine Foto-Workshops anbieten. So begannen wir 2018 mit den ersten Kursen im Bergischen Land und waren über das Feedback und die Nachfrage begeistert. Dennoch waren wir unter dem Namen „Bergische Bilder“ thematisch zu stark eingeschränkt. Ich wollte auch Architektur, Industrie und viele andere spannende Themen anbieten, die außerhalb unserer Region lagen. Also wurde „freisein“ immer mehr zu unserem Motto und letztendlich auch zu unserem fotografische Zuhause.

Aber ohne meine weltbeste „Foto-Assistentin“ Katja wäre das wahrscheinlich gar nicht möglich. Schaut doch mal auf das Profil von Katja vorbei. Sie macht auch tolle Fotos und hat vor allem spannende Projekte am laufen. Danke mein Schatz!